Sonntag, 10. Juli 2011

Knallbonbon-Boxen in allen Größen

Es motiviert mich wieder einmal, eine liebe Bekannte vor einer unsinnigen Ausgabe bewahren zu wollen : Die Süßigkeiten-Box, eine Stanzvorlage, die noch viel mehr Geld als die Pillow-Box kostet. Auch diese war so easy selbst zu machen! Da es dieses Mal sogar nur gerade Seiten gibt, ist sie noch viel einfacher und jeder kann sie ohne Hilfsmittel nachbasteln. Gebraucht werden Schere und Lineal und GMV, wie meine liebe Berlinerin immer sagt: Gesunder Menschen Verstand :-))! Wer Kästchenpapier hat, ist allerdings klar im Vorteil und ein Falzbrett ist sogar göttlich wunderbar!


Und rechnen musst du nur so weit können, dass du etwas mit drei oder vier malnehmen kannst und das dürfte nicht schwer sein, sagt die ehemalig Mathelehrerin und die Schüler stöhnten und meinten, nur für mich sei das leicht hahahaha! Stimmte nicht, denn ich verrechnetet mich oft und bescherte den Schülern dann ein Mal Hausaufgabenfrei, wenn sie es merkten VOR mir!

Also, nur Mut. Sieh dir deine zu verpackende Süßigkeit an, ohne sie zu essen ...   das ist die schwerste Stelle meines Workshops, versprochen! Wir fangen mit den Karamellen an. Da hatte ich eine ganze Tüte voll und die liebe Bekannte sagte etwas von einem Moncherrieeeeee - hab ich nicht, ohne Alkohol ist´s  mir lieber, aber die Größe ist vergleichbar.


Nun misst du aus, wie breit und lang das Teil ist. Hier war es ca. 3 cm lang und 3 cm breit. Das Papier muss jetzt so zugeschnitten werden, dass es die Breite drei Mal und die Länge vier Mal plus Klebelasche groß ist. Das sind 9 cm und 12 plus 1 cm, stimmts?


Du falzt die Klebelasche von einem Zentimeter, dann alle 3 cm einen Falz - fertig.

Die andere Seite mit den 9 cm Länge falzt du zwei Mal bei drei und sechs Zentimeter, du drittelst also dein Papier ungefähr. Wenn du magst, kannst du jetzt noch mit einer Bordürenstanze stanzen.


Dann faltest du alles zusammen wie eine Zieharmonika und schneidest Dreiecke raus. Bleistiftstriche helfen, die Dreiecke symmetrisch, das heißt möglichst gleich groß auf beiden Seiten zu schneiden.


Das sieht dann aufgeklappt so aus:


Nun klebst du die Lasche mit dem Ende zusammen, schiebst deine vielleicht doch noch vorhandene Süßigkeit rein und bindest schnell zu und verzierst nach Belieben. Das war es schon! Ist doch easy, oder?




Nach dem Prinzip funktioniert es immer! Rechnen und Mathematik ist eben doch eine wichtige Kenntnis für´s Leben - nur für den unwahrscheinlichen Fall der Fälle, dass eure Kinder euch nach den Ferien wieder löchern mit der Frage, wieso sie das nun lernen sollen, was man nie bräuchte. BRAUCHT MAN DOCH - ÄTSCH! Nicht nur zum Autofahren und Benzinverbrauchs-Check!

Also noch ein Beispiel zum Üben! Zwei Mini-Hanutas übereinander legen, Breite messen, 5 cm, mal vier sind 20 cm plus Lasche sind 22 cm oder so ungefähr hahahaha! Und die Länge sind 8 cm, mal drei nehmen sind 24 cm, boah, doll!


Nun wie immer. Schreibe ich nicht noch mal ...


Inhalt: Zwei Mini-Hanutas, echt, glaubt es mir :-))! Sie sind noch drin!!!


So klappen alle Boxen nach dem gleichen Prinzip und ihr könnt euch das Geld für so eine Ami-Die sparen, die man lieber im Inhalt anlegt oder in Stanzvorlagen, die kein Mensch mit der Schere ausschneiden würde, hätte er seine sieben Sinne zusammen, z.B. die wunderbaren Blumenstanzen!

Gut ist es, wenn die Süßigkeit ungefähr gleich breit wie hoch ist. Sieht einfach besser aus. Nur Mut, probiert es aus. Ich werde mir jetzt die Karamellen auf der Zunge zergehen lassen ... ohne Reue. Wie heißt es, wer arbeitet, soll auch essen, jawoll! Viel Spaß beim Nachmachen wünscht euch eure
Stempellotta



Nachtrag:

Und hier noch auf Wunsch als Ergänzung die Falzanleitung für den Knallbonbonverschluss, den man einfach nur - ist er gut vorgefalzt - zu DREHEN braucht, um die Box zu schließen. Sieht komplizierter aus, als es ist!


Dazu musst du an den 3,5 cm großen Enden, die ja ein Quadrat darstellen, die Diagonalen falzen (oben mit rot übermalt) und dann von dem Schnittpunkt der beiden Linien eine Senkrechte nach außen falzen, dann geht das mit dem Drehen des Verschlusses gut. GUT zu falzen ist der Trick! So wie hier zu sehen:


Dann schön zusammenkleben. Geht am besten mit Klammern, die es gerade bei Tedi gibt für 1 Euro für 20 schöne Klammern, ist das gut oder ist das gut?


Dann kommt das Drehen :-)))! Machst du es falsch - und es bedarf auch bei mir einiger Übung - dann sieht der Verschluss so aus:


Richtig aber so:


Ist zugegebenermaßen etwas Aufwand und man fragt sich sicher, ob man das braucht, aber immerhin wisst ihr jetzt, wie es ginge, wolltest du es machen. Ich finde ja, es geht auch ohne und mit Schleifchen wie ganz am Anfang oben zu sehen. Sieht schön aus und wird ja eh nur aufgemacht und irgendwann entsorgt, das Innenleben ebenso wie die Verpackung ...

So eine Stanze kostet immerhin 34 Euro - nur für Serienproduktionen rentabel und irgendwann preisgünstig über Amiland zu ersteigern inclusive Porto. Der Dollar steht auf 0,73, das bedeutet, es ist alles, was in einem Dollar angegeben wird, nur 73 Cent billig ... da lohnt 10 Dollar Porto (gleich 7,30 Euro!) sehr.

Kommentare:

  1. huhu

    vielen dank für die supertolle anleitung, ich liebe es auf deinem blog zu stöbern, da ich weiß, immer wenns was neues gibt, bringt mich das zum schmunzeln wegen deiner tollen schreibweise ;-)

    gglg dirk

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  2. Was Eifel schreibt, trifft es genau - dem ist ja nun wirklich nichts mehr hinzuzufügen -
    der erste Preis als weltbester Blogger des Jahres ist absolut verdient!
    WUNDERBAR - und dann mit soooo niedlichen Schmetterlingen verziert - da würd ich mich NIE an den Inhalt ran trauen (was ein Traum für die schlanke Linie...)
    Margret

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  3. Absolut toll Dein Workshop und auch wenn ich die Stanze besitze, hast Du total Recht, das ma alles passgenau zum Inhalt schnell selber konstruieren kann.

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  4. Also ihr Lieben! Jetzt macht ihr mich mal total sprachlos - äußerst selten bei einer Ex-Lehrerin und ungewohnt, aber ich bin ganz gerührt über so viel freundliches und sogar liebevolles Feedback!!! Habt alle DANK. Ich bin jetzt ganz verlegen. Lob sind wir Lehrer nicht gewohnt ... umso mehr wirkt es, gerade heute, wo mein Rad geklaut wurde.
    Danke! Danke! Danke!

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  5. Ich bin begeistert wie Du das alles so rüberbringst, werde
    öfters auf Deinem Blog auch stöbern. Super.
    Danke.

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  6. Vielen Dank für den super Workshop. Also auch ich muß dir ein Kompliment machen.... Toll und anschaulich erklärt. Da sieht man was ein Pragmatiker ist. Ich werde bestimmt nun öfters vorbeischauen. Versprochen.

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  7. Superklasse! Genau das hab ich gesucht! Ich bin nämlich eigentlich gar keine "Basteltante" und eine Big Shot o.ä. würde sich für mich niemals rechnen. Aber ich habe jetzt angefangen, selbst Naturseife zu machen und bin deshalb auf der Suche nach netten Schachtelideen. Zwei Fragen hätte ich noch: Welche Grammatur sollte das verwendete Papier (oder der Karton?) haben? Für "Cardstock" finde ich nämlich keine gescheite Übersetzung. Und kannst du ein (metrisches) Falzbrett empfehlen? Diese Investition scheint mir nämlich durchaus sinnvoll.
    Ganz herzlichen Dank für dein tolles Tut sagt

    Sylvia

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  8. Liebe Sylvia,

    schön, wenn auch so ein "alter" Post noch Interesse findet bei meinen lieben Leserinnen. Altes ist eben nicht schlecht - sagt die Rentnerin und antwortet gern! Also Farbkarton mit 200 oder gar 300g muss man noch verzieren, deshalb nehme ich gerne Designerpapier dafür, das zwischen 120g und 160g zu haben ist. Nur vorsichtig falzen, sonst bist Du durch ... Und das Falzbrett ist eingentlich egal. Das von der Firma ist schweineteuer, wenn Du auch noch den metrischen Aufsatz nimmst über 40 Euro! Billiger ist eine Schneidemaschine von Fiskars, die kann falzen und schneiden mit zwei verschiedenen Werkzeugen auf einer Schiene und hat eine cm und inch Skala gleichzeitig. Und da Du nur die Maße verdreifachen oder vervierfachen musst, kann man das sogar in inch erledigen. Bei Maßen wie 1 3/4" würde ich zum Beispiel 2" nehmen - kommt nicht auf den Millimeter an bei Handarbeit, finde ich jedenfalls.

    Viel Spaß damit und hoffentlich konnte ich Dir helfen.
    Lieben Dank und Gruß von Annelotte

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  9. Liebe Annelotte,

    du hast mir sehr geholfen :-). Als Schneidemaschine habe ich schon eine Dahle 507 und bei der Fiskars sagen die Bewertungen bei Amazon, die Skala löse sich schnell ab. Nö, von "der Firma" wird es sicher nichts, aber den Score pal schau ich mir mal näher an.
    Übrigens habe ich heute schon nach deiner Anleitung meine erste Seifenverpackung gebastelt, nämlich die Pillowbox, aus Strukturtapete, findest du hier: http://eigenwillig.wordpress.com/2013/11/10/wer-seift-mus-auch-basteln-g/

    Ganz lieben Dank :-)

    Sylvia

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  10. Das ist schön, wirklich schön! Und das mit der Fiskars stimmt nur zum Teil. Es sind die Zahlen, die verblassen. Ich hatte damals zugunsten gleichzeitigen Falzens und Schneidens einen Streifen Tesafilm drüber geklebt und damit war es gut, aber mit Scor Pal machste auch nix verkehrt ...

    Lieben Gruß, Dank für den link und wirklich schöne Box!!!
    Schönen Sonntag wünscht Annelotte

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  11. Seufz, wie gerne würde ich schreiben wie genial Du bist,aber in Deiner Bescheidenheit willst Du das bestimmt nicht hören? Egal ich sags trotzdem Du bist genial,obwohl ich Mathelehrer nie mochte und nieeeeeeee gelobt hätte,aber erklären kannst Du wirklich super!
    Danke Dir;-)

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    1. Na sag mal, liebe Sweeta,

      so ein Lob ist ja absolut irre und recht hast Du: ich kann es nicht annehmen, aber ich freue mich, wenn ich Dir etwas erklären konnte, so dass es für Dich verständlich war. Diese Kunst, etwas zu vermitteln, ist eine Gabe und nicht erlernbar, warum auch bei mir viele Lehrer scheitern mussten. Vielleicht war dieses Erlebnis Motivation, es zu versuchen mit den Kindern und es möglichst besser zu machen. Und siehe da, wenn man kleine Schritte macht und keinen Überflieger, gelingt es immer passabel. Wie schön, von Dir daran erinnert zu werden!

      Herzlichen Dank und lieben Gruß von Annelotte

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