Freitag, 18. Dezember 2015

Moderne Erziehung

Neulich war ich in einem Feinkostladen, in dem man die angebotenen Dips mit Kräckern probieren durfte. Ein etwa dreijähriges Mädchen stand auf einem Stuhl vor den Schüsselchen und probierte sich durch alle Sorten durch. Mir verging angesichts der Schlabberei die Lust auf jeglichen Dip! Danach war sie durstig und bekam zu trinken - von der ziemlich entnervten Ladeninhaberin. Die Mutter stand die ganze Zeit mit einem weiteren Kind im Beutel tonlos daneben … als ich nach Hause kam, musste ich eine Karte in schwarz machen, so sehr grummelte es in mir!


Das nächste Mal frage ich die Mutter, ob ihr Kind denn zu Hause auch wirklich genug zu essen bekommt? Mein Gott, bin ich froh, mich nicht mehr mit Kindererziehung oder besser mit Kinder-Nicht-Erziehung rumplagen zu müssen. Ist doch gut, den Enkel nicht zu kennen! Wer weiß, was da wieder für Tellerminen rumlägen, würde ich ihn womöglich so erleben. Hat eben alles Sinn, selbst dann, wenn man ihn nicht gleich auf Anhieb erkennt … aber spät klug zu werden ist auch nicht schlecht, sondern sehr befreiend! Gerade zu Weihnachten passt mir das gut hahahahaha!

Einen schönen vierten Advent wünscht euch allen die verhinderte, aber gerade sehr zufriedene Oma - ich duck mich wech und lach mich schlapp und nein, bitte keinen Shitstorm der Mütter, die es gut finden, ihren Kindern keine Grenzen setzen zu müssen … glaubt mir, DAS RÄCHT SICH! Ich weiß es aus Erfahrung grins!

Kommentare:

  1. Liebe Annelotte, was ich als Mutter sagen kann ist - Kinder brauchen Grenzen. Diese weise einzusetzen und den Kindern auf der einen Seite Wurzeln zu geben, die ihnen Halt bieten und auf der anderen Seite aber auch für Flügel zu sorgen, die für Stärke und Selbstbewußtsein sorgen ist eine wirklich schwere Aufgabe. Flügel sind sinnvoll - können aber nur genutzt werden wenn man seine Grenzen kennt. So sieht man... Ohne Grenzen geht es nicht.
    In meinem letzten Leben (nicht wörtlich gemeint) hatte ich über unserer Erdgeschosswohnung eine Familie wohnen... Mutter Sozialarbeiterin im Gefängnis , Vater im Bürojob und dazu zwei Mädels die antiautoritär erzogen wurden. Für uns oft über unsere Grenzen hinaus... Das da nicht manchmal die Decke runter gekommen ist , das ist ein wahres Wunder. Die Eltern waren aber kritikresistent und alles Beschweren nützte nix. Würde mich echt mal interessieren was aus den beiden Mädels geworden ist.
    Ein wunderbares Wochenende wünscht dir deine Moni.

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    1. Liebe Monika,
      dem ist nicht Gescheites zuzufügen - alles stimmt in meinen Augen! Hätte ich mal früher anwenden sollen ... Auch das mit den kritikresistenten Eltern kenne ich zur Genüge - eine Hürde meines Berufes! Ein geruhsames Wochenende wünsche ich Dir von Herzen auch!
      Liebe Knuddelgrüße von Annelotte

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    2. Du hast absolut Recht liebe Moni.

      Auch meine Mäuse bekommen ihre Grenzen aufgezeigt. Der Kurze versucht sich zwar trotzdem durchzusetzen, aber auch er bekommt gesagt wo es langgeht. Da mussten wir auch alle durch und geschadet hats uns nicht.

      Dir auch einen schönen 4. Advent

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  2. Hallo Annelotte!

    Tja, die sog Freiheit in der Erziehung kann wohl oft auch bedeuten, dass sich die Eltern ganz schlicht und einfach nicht drum scheren wollen. Ich genieße solche Beispiele elterlicher Nicht-Erziehung regelmäßig in Lokalen. Da sitzt eine ganze Runde Menschen (jung und alt) zusammen und unterhält sich köstlich. Die Kids sind dabei sich selbst überlassen und dementsprechend treiben sie sich dann im Lokal an fremden Tischen rum. Ich selbst steh dann schon mal auf und nehm so ein kleines Wesen an der Hand und bringe es an den Tisch zurück, mit der Bemerkung, dass man sich um das arme Wesen, dem offensichtlich langweilig ist, kümmern sollte- mit so ner Note - bei so vielen Erwachsenen sollte es doch durchaus möglich sein, dass sich immer wieder abwechselnd eine Person der Kinder annimmt......
    Wir haben es ja auch getan. Zugegeben, die Lokalaufenthalte spannten sich nicht über Mittagstisch, Kaffeejause und Nachmittagsgestaltung, das wollte wohl niemand einem Kind antun, aber es war auch immer jemand reihum da, der sich mit so einem Zwerg beschäftigte, Vorlesen, irgend etwas zusammenstecken und wenn´s zum Motzelchen wurde (müde), tja dann gab es den Kaffee eben zu Hause - und genau das will heute niemand mehr auf sich nehmen - lieber alles auswärts....
    In den Geschäften stört es mich nicht so sehr, denn da betrifft es mich kaum.... Ich gestehe aber, das ich durchaus auch ein fremdes Kind zurechtweise, wenn es mich direkt betrifft, selbst wenn sich die Eltern dann aufplustern. Da kriegen sie bei mir auch gleich etwas Fett ab. Kind sein ja, Benehmen aber auch.
    Ich hüpf nicht, nur weil Kinder mal Krach machen, dürfen sie ja auch, wenns aber um´s Kreischen geht (wer kann´s lauter und schriller) da sag ich schon mal was. Die Kinder akzeptieren es durchaus, wenn der Ton stimmt....
    Also nur Mut - wenn die Eltern die Kinder nicht erziehen mögen, dann machens eben die von schlechten Manieren betroffenen Mitmenschen....
    Nicht missverstehen, ich will keine angepassten Erwachsenen, finde es aber trotzdem angenehm, wenn ein Kind bei Tisch bleibt, so lange gegessen wird und danach gibt es die Entscheidung der Erwachsenen..... Ja, dann setzt auf jeden Fall auch die Beschäftigung mit einem Kind ein und das ist nun mal Zeitintensiv - so ist es halt mit Kindern. Kinder sollen und müssen auch sich austoben können, aber bitte nicht im Lokal und auch nicht auf der Straße.....

    Ich weiß, es klingt streng, ich bin es nicht, ich beschäftige mich halt mit einem Kind....

    In diesem Sinne, kann auch mal ein Fremder durchaus einem Kind etwas sagen (Tipp geben) und die Welt ist immer noch in Ordnung.... leider sind viele Erwachsene auch schon zu feige dazu.....

    Ich mag Kinder, das ist ein klares Bekenntnis - sie sind auch keine kleinen Erwachsenen. Es liegt an uns, sie zu leiten und ihnen Perspektiven zu geben....
    Die Erziehung ist Elternpflicht.....

    Liebe Grüße an alle, die Kinder haben, betreuen, die Kindern begegnen und die sich mit ihnen auseinandersetzen...
    Schöne Weihnachten an alle und auch an dich liebe Annelotte liebe Grüße und einen schönen 4. Advent!
    Angela

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    1. Ohhh jaaaa - Kinder in Lokalen, das geht mir oft die Hutschnur hoch, liebe Angela, aber meistens sage ich dann auch nix. Ich habe so die Nase voll von nicht erzogenen Kindern, dass ich auf so manches schöne Erlebnis eher verzichte. Aber es nervt total, im Strandkorb zu sitzen und mit Sand beworfen zu werden oder Bälle knallen rein! Dann platze ich schon mal ...
      Und ja, ich denke, ich werde demnächst sicher öfter mal was sagen. Ist der Ruf erst ruiniert, lebste komplett ungeniert. Und in meinen Augen haben Kinder eben keinesfalls MEHR Rechte als Erwachsene, aber in der heutigen Zeit bürgert sich das ein. Dass sich das rächt, erlebe ich am eigenen Leib als Alt-68er! Insofern nehme ich die Quittung auf mein Fehlverhalten auch als Alleinerziehende an. Und will mit diesen Prinzessinnen und Prinzen nicht mehr viel zu tun haben ... schade eigentlich, denn sie mögen mich immer noch grins. Aber den herzlichsten Dank an Dich, mich und andere so vehement erinnert zu haben, was EIGENTLICH im Leben zählen sollte: Respekt!
      Liebste Grüße von Annelotte

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    2. Das hast du toll geschrieben, liebe Angela. Dem ist nichts hinzuzufügen.

      Dir auch einen schönen 4.Advent.

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  3. Hallo Annelotte,
    da hattest du ja ein richtig nettes Einkaufserlebnis :-/
    Wenn man Kinder hat, dann muss man sich auch um sie kümmern. Mir ist das zu lästig, deshalb habe ich keine.

    Es hat nichts mit "böser Erwachsener" zu tun, wenn man Kindern Grenzen aufzeigt. Viele Eltern wollen die Freunde ihrer Kinder sein und ihnen nichts verbieten. Das funktioniert aber nicht. Denn Freunde sind Freunde und Eltern sind Eltern.

    Eines meiner besten Erlebnisse als Kinderfrau: Oma und Opa waren mit den Kindern einkaufen, zu der Zeit waren die Lütten etwa vier und fünf Jahre alt. Als sie nach Hause kamen meinte der Junge zu seiner Mutter: "Mit Tina gehe ich viel lieber einkaufen!" und sie meinte: "Aber die kauft dir doch nicht alles?!" und er erklärte ihr dann: "Deshalb!" ;-)

    Kinder brauchen die Sicherheit, im Zweifel auch einmal auf Widerstand zu stoßen. Sie probieren sich aus und sie WOLLEN sogar, dass sie nicht alles machen dürfen.

    Angela bringt es auf den Punkt: "Die Erziehung ist Elternpflicht."
    Viele Eltern heute können es nicht, weil sie selbst nicht erzogen wurden.

    Ich habe mit "meinen Leihkindern" einige Einkäufe oder Besuche abgebrochen, weil die Lütten zickig wurden. Danach hat es allerdings gereicht, den Abbruch nur anzukündigen und es kehrte Ruhe ein. Ein paar Mal "das Generve" überstehen, und dann hast du Ruhe. Weil die Kinder dann gelernt haben, dass schlechtes Benehmen sie nicht weiterbringt und du deine "Drohung" tatsächlich wahr machst.

    Ganz toll finde ich Eltern, die sich darüber beklagen, dass "die Blagen" ihnen auf dem Kopf herumtanzen. Irgendwann nehmen die ihre Eltern halt einfach nicht mehr Ernst.
    Dumm nur, dass wenn "man" den Kindern mal das sagt, das die Eltern sagen sollten, die Eltern dann auch noch pampig werden. Ich spare mir das und verlasse notfalls den Laden.

    Und im Restaurant, wenn die Gören an meinem Tisch stehen und mir auf's Essen starren, werde ich "ekelig" und zische ihnen - freundlich lächelnd - ein "verzieh' dich!" zu - sie rennen dann plärrend zu den Alten, und die wundern sich dann, was los ist *ggg* (Hat schon ein paar Mal geklappt *g*)

    Liebe Grüße von "Professor Prügelpeitsch" Tina

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    1. Auch Du hast sowas von recht, liebe Tina!
      Gut Freund sein schafft Kindern keinen Respekt, sondern eine Macht über die Eltern, die sie lebenslang ausüben werden womöglich, wenn man ihnen keinen Riegel vorschiebt und das beizeiten! Ich habe das viel zu spät gemerkt und trage jetzt die Folgen meiner fehlerhaften Erziehung. Bei fremden Kindern kann ich es besser, nur bei meiner eigenen Tochter ging es vollkommen in die Hose. Nun ja, es gibt Schlimmeres - Krebs oder Krieg!
      Und Deine Reaktion im Lokal werde ich mir merken hahahahahaha - die finde ich total genial hahahahahaha, so was habe ich oft schon im Urlaub erlebt, solche Nervkinder! Das ist ja Notwehr, was man dann macht und richtig, sollen die Alten sich kümmern! Hach, was freue ich mich auf ein nächstes Mal mit Kindern!!!
      Schön, dass Du wieder da bist. Deine Kommentare sind einfach un-er-sätz-lich!
      Herzlichen Gruß zum 4. Advent sendet Dir lachend Annelotte

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